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24.07.2005

 

 

SCC - Termine & Ergebnisse

 

Sharon GT beim Renndebüt auf dem Podium!

Ein volles Starterfeld vor einem dankbaren Publikum, die SCC bot eine tolle Show und konnte beweisen, dass die Sportprototypen die gewünschte LeMans- Atmosphäre in das DTM-Fahrerlager transportieren. Der Sharon GT überraschte bei seinem Renndebüt mit einem Podestplatz, und das bei dem dichtesten Starterfeld gestandener Sportprototypen (25 Fahrzeuge; 12 in der Division 1, 13 in der Division 2), das die SCC in ihrer 10 jährigen Geschichte erlebt hat.

Noch am Dienstag waren die beiden Sharon GT zu Testfahrten im tschechischen Most unterwegs, um erste Longruns als Vorbereitung auf das Debüt im Rahmen der DTM abzuspulen.

Leider wurde das ehrgeizige Duo schon im ersten freien Training auseinander gerissen. Am Sharon GT 001 von Thomas Wolfert quittierte der Opel Motor ohne Vorankündigung aber nachhaltig seinen Dienst. Eine Reparatur an der Strecke war ausgeschlossen und somit musste Thomas Wolfert für die Rennen im Ersatzwagen, dem PRC aus dem Vorjahr, Platz nehmen. Im zweiten, verregneten freien Training am Freitagnachmittag konnte Georg Hallau im Sharon GT 002 die erste Duftmarke setzen und führte bis zur letzten Minute die Zeitenliste in der Division 2 an, am Ende war es die drittschnellste Zeit.

Pünktlich zum Qualifying am Samstagmorgen setzte der Regen aus. Die Strategie der beiden AMS-Piloten war klar, auf der kontinuierlich abtrocknenden Strecke im letzten Drittel des Qualifyings angreifen und auf Zeitenjagd gehen. Dazu kam es leider nicht! Nachdem die Beseitigung einer Ölspur auf der Startzielgeraden 20 Minuten in Anspruch nahm, wurde das Quali abgebrochen und der aktuelle Stand für die Startaufstellung herangezogen. Mit den Startplätzen 19 und 21 (8 und 10 in der Division 2) keine besonders gute Ausgangslage.

Vor dem Start zum 1. Rennen am Samstagnachmittag sorgte das Wetter erneut für Hektik im Starterfeld. Nachdem die DTM-Piloten in ihrem Qualifying und der Superpole die Strecke weitgehend trocken gefahren hatten, begann es beim Vorstart leicht zu regnen, was allerdings nicht den Einsatz von profilierten Regenreifen rechtfertigte.

Der Start verlief vor allem für Georg Hallau im Sharon GT grandios. In den ersten 2 Runden konnte er nicht nur seinen Teamkollegen, sondern auch 7 weitere Starter der Division 2 überholen. Dazu kamen noch einige Starter der Division 1, so dass er sich in die Top Ten des gesamten Starterfeldes schob und auf dem 2. Rang in seiner Klasse lag. Statt weiter anzugreifen musste sich Hallau nun nach hinten orientieren. Der Meisterschaftsführende Tessitore und mit ihm im Schlepptau der Schweizer Pius Truffer übten mächtig Druck auf den Berliner Sharon GT-Piloten aus. Zu diesem Zeitpunkt hatte Thomas Wolfert erneut das Pech auf seiner Seite, die Elektronik an seinem PRC streikte und er musste das Rennen auf Platz 8 liegend vorzeitig beenden.

Der Kampf um die Podiumsplätze ging indes munter weiter. Tessitore und Truffer fanden einen Weg vorbei an Hallau, der nun auf Platz 4 geführt wurde. Entscheidend absetzen konnten sie sich jedoch nicht und so drehte Hallau den Spieß um und setzte Truffer unter Druck. Der gab nach und Hallau fuhr den Sharon GT bei seinem Debüt auf den 3. Platz. Damit hatte wohl keiner gerechnet! Da der Sieger der Division 2 später wegen Untergewicht disqualifiziert wurde, war es sogar ein tadelloser 2. Platz (8. Gesamtrang).

Für das zweite Rennen am Sonntagmorgen, bei dem immerhin schon rund 20.000 DTM-Fans auf der Tribüne saßen, wurde der Zieleinlauf des 1. Rennens für die Startaufstellung herangezogen. Gut für Hallau, weniger gut für Thomas Wolfert, der AMS-Pilot musste im wieder fit gemachten PRC am Ende des Feldes starten. Diesmal lief der Start nicht so perfekt und so fand sich Hallau am Ende der ersten Runde nur auf Platz 4 wieder. Nach einem Unfall in der 2. Runde, der eine 5 Runden langen Safety-Car-Phase auslöste, die später noch für einiges Aufsehen sorgen sollte, bot das Duell um Platz 3 zwischen Hallau und Truffer erneut Spannung. Thomas Wolfert konnte nach dem Restart auch einige Plätze gut machen und rangierte bereits auf Platz 8 in der Division 2.

Die Chancen für eine erneute Podestplatzierung von Hallau sanken nach einem gerissenen Keilriemen am Hondamotor des Sharon GT auf ein Minimum. Ohne Antrieb der Lichtmaschine und mit einer kontinuierlich abbauenden Batteriespannung steuerte Hallau die Box an, um einen Folgeschaden am Motor zu vermeiden. Sein Teamkollege kassierte indes wegen angeblichem Überholen in der Safety-Car-Phase eine Durchfahrtsstrafe, die er nicht antrat und daraufhin mit der schwarzen Flagge disqualifiziert wurde. Für den Schöneicher AMS-Piloten war es ein Wochenende zum Abhaken!

Arndt-Motor-Sport kann mit dem Renndebüt des Sharon GT durchaus zufrieden sein. Bei einem Podestplatz im 1. Rennen ließ sich auch die Konkurrenz einen sportlichen und herzlichen Glückwunsch nicht nehmen. Es sind allerdings noch eine Menge Renn- und Testkilometer unter die Räder zu nehmen, um kontinuierlich und zuverlässig vorn mitfahren zu können. Zudem kam die enge Streckenführung des EuroSpeedway der aktuellen Auslegung des Sharon GT entgegen. Bereits in zwei Wochen im Königlichen Park von Monza, einer Highspeedstrecke, müssen sich die beiden Sharon GT erneut beweisen.

Noch ein Wort zur DTM, die einen spannenden Meisterschaftskampf zeigte. Mathias Ekström und Gary Paffet flogen mehr als die Hälfte des Rennens im Zentimeterabstand, an der Spitze des Feldes um den Kurs. Dass dieser Zweikampf fair blieb, verdient großen Respekt. Ekström behielt die Nase vorn und hat nun in der Meisterschaft wieder einen Punkt Vorsprung auf Paffet. Die Opeltruppe bestätigte ihren Aufwärtstrend, brachte sich allerdings durch eine zweifelhafte Strategie um eine Podestplatzierung. Tom Kristensen komplettierte mit seinem dritten Rang das Podest in der Lausitz.

 


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